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Höhepunkte der UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaft

Rachel Atherton setzte sich bei der UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaft zurück an die Spitze, wo sie hingehört, während die alten Hasen Julien Absalon und Greg Minnaar Silber holten und damit bewiesen, dass sie es noch immer drauf haben.

Die erste Shimano-Athletin, die eine Medaille errang, war die 23-jährige Rennfahrerin Pauline Ferrand-Prévot. Der Jungstar scheint keine Grenzen zu kennen. Sie ist die erste Wettkämpferin, die in einer Saison den WM-Titel im Rennfahren, Cyclocross und Mountainbiking gewann. Diese Liste können wir jetzt um zwei Goldmedaillen erweitern. 

Ferrand-Prévot, die nur zehn Minuten vor der gemischten Cross-Country-Team-Staffel einen Unfall hatte und mit verbundenem Kinn antrat, war infolgedessen motivierter denn je: „Anfangs stand ich unter Schock, denn es war ein schlimmer Sturz mit viel Blut ...“ Dann fuhr sie wie die Ruhe selbst und verteidigte die französische Goldmedaille. 

Pauline Ferrand-Prévot

Ferrand-Prévot gewinnt das olympische Cross-Country-Rennen

Drei Tage später gewann Ferrand-Prévot überzeugend das olympische Cross-Country-Elite-Rennen der Frauen. Die 22-jährige Jolanda Neff, die mit einer Sondergenehmigung des UCI in der Elite-Kategorie an den Start ging, riss bei einem Anstieg eine große Lücke. Doch Ferrand-Prévot, die nur ein Jahr älter und damit offizielle Elite-Fahrerin ist, ließ sich davon nicht beeindrucken. Wie eine Raubkatze taxierte sie ihre Gegner, überholte einen nach dem anderen und erkämpfte sich bis zur Endrunde einen gewaltigen sowie unüberwindbaren Vorsprung. 

Rachel Atherton stellt die Ordnung wieder her

Beim Downhill-Rennen der Frauen in der Elite-Kategorie stellte Rachel Atherton die Ordnung wieder her und eroberte die Goldmedaille von der Shimano-Athletin Manon Carpenter zurück. Atherton, die als letzte die Startlöcher verließ, stellte ihr Können unter Beweis und blieb drei Sekunden unter der eindrucksvollen Zeit von Carpenter. Vielleicht war es ihr in den Farben der britischen Flagge lackiertes Rad, das ihr einen zusätzlichen Adrenalinschub verlieh. Das GT Fury mit Shimano-Saint-Antrieb und Pro-Tharsis-9.8-Komponenten, das übrigens gemeinsam mit den Atherton-Geschwistern entwickelt wurde, würde in einem Wettbewerb um das coolste Rad der Meisterschaften auf jeden Fall Gold gewinnen.

Mit über dreißig noch auf der Piste

Drei Shimano-Athleten schafften es in den verschiedenen Disziplinen der Männer aufs Treppchen und gewannen zweimal Silber und einmal Bronze. Julien Absalon, auf dessen Liste von Auszeichnungen olympische Goldmedaillen und fünf Cross-Country-WM-Titel stehen, übte vor dem Rennen Druck auf seinen Rivalen Nino Schurter aus, indem er darauf hinwies, dass Schurter gerade drei Weltmeisterschaftsrennen in diesem Sommer gewonnen hatte. Schurter wurde prompt seinem Status als Favorit gerecht und übernahm in der ersten Runde die Führung, indem er sich die nachlässige Fahrweise seiner Gegner in der Kurve zunutze machte.

An diesem Punkt hätten viele Zuschauer Absalon oder auch jeden anderen abschreiben können. Zu Beginn der zweiten Runde war Absalon Schurter jedoch auf den Fersen, und kein einziger Fan zweifelte in dem Moment daran, dass ein Kopf-an-Kopf-Rennen bevorstand. Schurters Fahrt auf der hohen Linie war meisterhaft, doch als er die vierte Runde beendete, saß Absalon ihm noch immer im Nacken.

Während der fünften Runde gingen sowohl Schurter als auch Absalon zum Angriff über, doch es war Schurters Sturz, der eine Lücke riss, allerdings nicht so, wie Sie denken würden. Schurter gelang es, seinen Rückstand aufzuholen und sogar ein erhebliches Loch zwischen sich und Absalon zu bringen, das gerade groß genug war, um seinen Rivalen hinter sich zu halten – und daher hat er die heutige Goldmedaille verdient.

Minnaar holt Silber bei einmal jährlichem Rennen

Greg Minnaar ist wie ein guter Wein: Mit zunehmendem Alter wird er immer besser. Er gewann seine erste Downhill-Weltmeisterschaft der Männer in der Elite-Klasse 2003 im Alter von 21 Jahren. Als er 2012 und 2013 erneut den Sieg holte, war er bereits über 30. Und die Art des Rennens – „ein einmal jährliches Rennen“, wie er uns sagte – bedeutet, es ist alles möglich.

Minnaar positionierte sich am Start neben sechs weiteren Fahrern. Er legte die Strecke wie im Flug zurück und unterbot die Bestzeit um 5,5 Sekunden bei der zweiten Zwischenzeit sowie um 4,2 Sekunden, als er ins Ziel einfuhr. Er sprang vom Rad, über die Werbetafeln hinweg, in die Arme seiner Fans, die ihn begeistert feierten. Hatte er es geschafft? Jetzt hieß es Abwarten und Tee trinken für ihn.

Links: Greg Minnaar und rechts: Gee Atherton

Titelverteidiger Gee Atherton ging als Nächster an den Start, doch ein Sturz machte nach 2,5 Minuten seine Hoffnungen zunichte. Gespannt beobachtete Minnaar, wie sein Santa-Cruz-Syndicate-Teamkollege Joye „Ratboy“ Bruceland, in Position ging. Bei der zweiten Zwischenzeit lag Bryceland 2,8 Sekunden zurück, und obwohl er die untere Hälfte der Strecke durchpflügte und 2,4 Sekunden aufholte, musste er sich heute mit Bronze zufrieden geben. 

Das Warten von Minnaar hatte sobald ein Ende ebenso wie sein Traum. Loïc Bruni, gerade einmal 21 Jahre alt, packte das Rennen schließlich bei den Hörnern. Er lag bei allen Zwischenzeiten vorn und beendete das Rennen 2,3 Sekunden vor Minnaar, womit er seinen ersten wichtigen Sieg errang. Wir haben gesehen, wie Minnaar danach aus einer Flasche trank. Wahrscheinlich war es kein Wein. Herzlichen Glückwunsch an alle drei Sieger zu einem spannungsgeladenen Finale.

Die Medaillengewinner zwischen 18 und 38 Jahren haben bei dieser Meisterschaft eins gezeigt: Das Alter spielt keine Rolle. Manchmal räumen Newcomer ab, ein anderes Mal sind jedoch Weisheit und Erfahrung Trumpf. 

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